Posts Tagged ‘ Girl Talk

Remix – der Film

Mischen possible. (Sorry.) (teamstickergiant@flickr.com)

Der Remix als Kulturtechnik lag mir schon immer sehr am Herzen – deshalb habe ich auch vor hundert Jahren mal meine Diplomarbeit über das Thema geschrieben. Seitdem hat sich auf dem Gebiet irrsinnig viel getan. Kein Wunder, die komplette Digitalisierung  des künstlerischen Produktionsprozesses ist längst abgeschlossen und das Archiv an kostenlos vorhandenem Material wird von Sekunde zu Sekunde größer (und qualitativ besser). Für kreative Laptopbastler ist es, als sei man als Kind in der Bonbonfabrik eingeschlossen worden. Die tollsten Sachen können angefasst, geknetet und zusammengemasht werden. Hauptproblem ist dabei wohl ein Urheberrecht, das seine Wurzeln im 18. Jahrhundert hat und damit in der heutigen Zeit so deplatziert und anachronistisch wirkt wie der CSU-Twitter-Account.

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Girl Talk – zahl, was du willst

special price for you, my friend.. oliverlaumann@flickr.com

Ich war neulich zu Besuch in meiner alten Hamburger WG. Dort stieß ich nicht nur auf die üblichen Verdächtigen, diverse Biere und einen neuen Kickertisch, sondern auch auf die großartige Musik eines Künstlers namens Girl Talk. Der gute Herr, bürgerlich Gregg Michael Gillis, ist ein Großmeister des Mashups. Das heißt, er bedient sich freizügig an allem was rockt und dreht es durch die digitale Wurstmaschine. Kleinliche Copyrights werden mit dem Native Instruments Traktor überfahren, heraus kommt ein eklektizistischer Mix der klingt, als haben 10 Youtube-DJs eine Jugendherberge von 1995 in ihre Gewalt gebracht. Herrlich.

Ich geh mal mit dem Hut rum

Bei der Suche nach seiner Musik im Netz stieß ich auf die Seite seines Labels, Illegal Art. Hier tummeln sich eine Vielzahl an Laptoprockern, die hemmungslos alles zusammenmixen was nach vier noch auf der Tanzfläche funkioniert. Und das Allerbeste: Das grandiose Girl Talk Album “All day” steht unter Creative Commons Lizenz und kann kostenlos hier heruntergeladen werden. Bitte, danke. Alle weiteren Alben des Künstlers sowie alle Veröffentlichungen auf dem  Label kann man hier ebenfalls downloaden. Das faszinierende: Der User bestimmt den Preis, den er dafür bereit ist zu zahlen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal für Musik Geld ausgegeben habe – auf Illegal Art habe ich aber zugeschlagen und dem Label gerne mein Geld per Paypal überwiesen. Weiterlesen