aFlattr: Kulturförderung im Eigenbau – so funktioniert’s

aFlattr - Amazon fördert Blogs

aFlattr – Kulturförderung im Eigenbau. Und Amazon kuckt blöd. (GogDog@flickr.com)

aFlattr: Ein kleines, smartes Browser-Plugin macht den eCommerce-Riesen Amazon ganz einfach zum unfreiwilligen Kulturförderer. So macht man mit Online-Shopping die Welt ein Bisschen besser.

Eines meiner größten Guilty Pleasures ist Amazon. Ich kaufe vom Laptop bis zum Müllbeutel alles bei dem eCommerce-Giganten – es ist einfach unendlich effizienter und praktischer als nach Feierabend genervt durch Shoppingmalls zu hetzen. Das einzige Problem dabei ist, dass Amazon ein furchtbares Unternehmen ist. Es zerstört kleine Einzelhändler und Verlage, hat eine grauenhafte Personalpolitik und hat es kürzlich in UK sogar geschafft, dank unzähliger Schlupflöcher im Steuerrecht mehr Fördergelder vom Staat abzugreifen als Steuern zu zahlen. Der Staat fördert also den Untergang der eigenen Einzelhändler mit Steuergeldern. Na Toll.

Shoppen für eine bessere Welt!
Was also tun, um das schlechte Amazon-Karma wenigstens teilweise wieder los zu werden? aFlattr, ein neuer Dienst um den in der Blogszene beliebten Micropaymentdienst Flattr, bietet eine Lösung: Bis zu 10 Prozent jedes Amazonkaufs fließen damit auf klugem und legalen Wege wieder zurück auf das Flattr-Konto des Käufers. So kann ein Teil des Geldes an Blogger, Künstler, Podcast-Produzenten oder andere Kulturschaffende weitergegeben werden. Man zwackt den Bösen im Internet also ein paar ihrer Euros ab und verteilt diese automatisch an die Guten im Netz – die gebeutelten Content-Produzenten.

Noch mal zur Erinnerung: So funktioniert Flattr:

Wie funktioniert aFlattr?
aFlattr nutzt Flattr in Kombination mit dem offiziellen Affiliate-Programm von Amazon. Der eCommerce-Gigant bietet jedem Homepagebetreiber an, Affiliate Links in Blogbeiträge einzubauen. So verdient man, wenn man z.B. eine Buchkritik über einen Roman geschrieben hat ein paar Cents, wenn ein Besucher auf den Affiliate-Link klickt und das Buch bei Amazon kauft. aFlattr verwandelt als Browserplugin auch auf der Amazon-Seite jeden Kauflink in einen internen Affiliate-Link. So wandern nach dem regulären Amazonkauf ca. 10% des Verkaufspreises zunächst auf das Affiliate-Konto von aFlattr, die den Betrag dann am Ende des Monats wieder an die Flattr-Konten der eigentlichen Käufer überweisen. Im Augenblick noch komplett, mittelfristig wollen sie 10% der Beträge für Betrieb und Weiterentwicklung des Dienstes nutzen.

Super Idee – Laut aFlattr weiß Amazon auch Bescheid und toleriert das Ganze – warum auch immer.


Generell mach aFlattr ja auch nichts Illegales, sondern tweakt nur sehr sympathisch das Amazon-System zu Gunsten der Konsumenten und Blogger. In etwa so, wie eine Armee von Amazon-Anwälten weltweit die Steuer- und Sozialsysteme tweakt. Nur sympathischer.

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