Proposition S. 978: Warum Justin Bieber 5 Jahre in den Knast muss

Knast für den Bieber

Es wird immer bizarrer: In den USA wird gerade ein Gesetz verhandelt, das das unerlaubte Streamen und Verbreiten von urheberrechtlich geschütztem Material zu einem Schwerverbrechen machen soll – in eine Kategorie mit Brandstiftung, Raub und Diebstahl. Dazu zählt neben Musik- und Filmpiraterie auch das simple Singen von fremden Songs auf Youtube. Bis zu 5 Jahre Gefängnis soll es dafür geben, wenn der Gesetzesentwurf S. 978 abgesegnet wird.  Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden auf einen Schlag hunderttausende Teenies, die einen Britney Spears Song auf Youtube gesungen haben, zu Schwerverbrechern erklärt werden. Für Teenie-Idol Justin Bieber hieße das 5 Jahre Knast.

5 Jahre für den Bieber?
Das Nachsingen von Hits hat auch den Teeniestar Justin Bieber berühmt gemacht – er wurde durch seinen Youtube-Kanal entdeckt und zum Kinderzimmerstar aufgebaut. In Zukunft könnte das eine schwerwiegende Straftat sein. Auch das Streamen von kopiergeschützten Werken soll künftig mit dem Downloaden gleich behandelt werden – im Augenblick ist das noch eine rechtliche Grauzone. Theoretisch macht man sich dann schon durch das anklicken eines falschen Links auf Youtube strafbar. Die „Free Bieber“ Campaign macht sich diese bizarre Entwicklung der Dinge zu Nutze, und fordert am Beispiel Justin Biebers, dass das Gesetz abgelehnt wird. Als virale Werbung für ihr Anliegen verbreiten sie seit einigen Tagen Photoshop-Montagen des Teenager-Stars in Knastklamotten. Natürlich muss der Kanadier nicht wirklich in den Bau, aber das Beispiel verdeutlicht die Absurdität der Gesetzesvorlage.

“Bieber got famous by posting unauthorized covers of popular R&B songs to YouTube. The fact that they were posted to advance his music career and the number of views on these videos means they blow past the (very low) threshold for what counts as a felony,” so Netzaktivist Tiffiniy Cheng.

Hier sieht man mal wieder, was passiert wenn unwissende und technisch unbedarfte Politiker über Gesetze abstimmen sollen, die ihnen von Lobbygruppen aus der Musik- und Filmindustrie eingeflüstert wurden. Um es mit Senator Ted Stevens, Herr der unwissenden Entscheider zu sagen: Das Internet ist kein Lastwagen. Es ist eine Reihe von Rohren.

„[…] They want to deliver vast amounts of information over the Internet. And again, the Internet is not something that you just dump something on. It’s not a big truck. It’s a series of tubes.“

Man kann den Amerikanern nur eine Piratenpartei wünschen, die diese Schieflage gerade rückt. Aber wahrscheinlich hat das Land gerade andere Probleme..

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

0 Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*